KOLKUÓS Linie

Die Kolkuós-Linie – bekannt als die älteste und reinste Zuchtlinie Islands.
Heutzutage kann man kaum mehr Islandpferde (speziell Svadastaðir-Pferde) züchten, ohne hierbei die inzwischen sehr rar gewordenen Kolkuós-Pferde zu verwenden.
Die Kolkuós-Linie begann im Jahre 1920. In diesem Jahr wurde Hördur 112 frá Kolkuósi aus der Spitzenstute Nanna 20 frá Kolkuósi und dem Hengst Sörli 71 frá Svadastöðum gezogen.
In den ersten Jahrzehnten hatte Hördur 112 frá Kolkuósi großen Einfluss auf die Zucht. Danach folgten sein Sohn Léttir 400 frá Kolkuósi und der weltberühmte „Jahrhunderthengst“ Hördur 591 frá Kolkuósi (Anm.: Vater der HEVMAR-Stute Hrefna frá Kolkuósi), ein Tochtersohn von Léttir 400.
Hördur 591 frá Kolkuósi war Vater von vielen bedeutenden Hengsten, von denen sehr viele dann – zum Leidwesen der Pferdekenner in Island – im Ausland gefragte Spitzenvererber wurden, wie z.B.: Vördur 615 frá Kýrholti, Stigandi 625 frá Kolkuósi (Anm.: Vater des HEVMAR-Hengstes Kraftur von Schloss Neubronn), Hedinn 705 frá Vatnargardi (Anm.: Vater des HEVMAR-Stute Sletta vom Hausruckhof) und Hrafn 737 frá Kröggólfsstöðum, welcher von Beginn an die sehr erfolgreiche Zucht vom Islandpferdegestüt Wiesenhof der Familie Podlech in Marxzell-Burbach / Deutschland bestimmte.
Rauður 618 frá Kolkuósi, ein Sohn von Léttir 400 hingegen blieb in Island. Er zeigte alle Gänge, hatte sehr viel Temperament und lief einen ausgezeichneten Rennpass. Seine starke Hinterhand vererbte er an seine Nach­kommen, von denen Feykir 962 frá Hafsteinsstöðum als fünfjähriger Hengst auf dem Landsmot 1982 in Klasse I gekört wurde. Feykir 962 (Anm.: Vater der HEVMAR-Stute Glenna frá Arnarhóli) war bis 2005 über einen Zeitraum von mehr als 15 Jahren einer der beliebtesten Zuchthengste in Island.

Merkmale Kolkuós-Linie
Exterieur kompakt, fein, elegant,
Charakter temperamentvoll, schnell verfügbare Energie, sensibel, hohe Leistungsbereitschaft – teilweise etwas frech
Ausstrahlung selbstbewusst, wach, fröhlich, energisch, zu Beginn etwas scheu
Reiteigenschaften leichtrittig, gutes Lernvermögen und sehr gute

Historie:
Kolkuós liegt im Skagafjörður auf Island. Es wurde einmal „Kolbeinsaros“ genannt, als es ein Hafen Hastens Viking im 9. und 10. Jahrhundert war. Vor kurzem haben Archäologen einen Bauernhof ausgegraben, der im Jahr 1104 durch eine Eruption von Hekla begraben worden war.
Kolkuós ist der berühmteste Pferdeort in Island. Das Buch von Regelungen sagt, dass das allererste Pferd (eine Stute namens Fluga) hier per Schiff ankam. Fluga war ein durch und durch feuriges Pferd. Von ihr gibt es Legenden in Überfluss.
Im vorigen Jahrhundert entwickelte ein Landwirt namens Sigurmon Hartmansson an diesem Ort die berühmten isländischen Kolkuós-Pferde. Diese Kolkuós-Linie ist ein außergewöhnlich schönes Beispiel der Zucht von Islandpferden. Nach dem Tod von Sigurmon wurde die Zucht jedoch nicht mehr weitergeführt und die edlen Kolkuós-Pferde wurden immer rarer.
Im Jahr 2006 wurde unter der Führung der ehemaligen Staatspräsidentin Vigdís Finnbogadóttir ein Verein gegründet und die Mitglieder des Vereins haben den ehemaligen Zuchthof Kolkuós im Norden Islands wieder reaktiviert um ihn als wichtige historische Stätte zu erhalten.